Aktuelles
Aktuelles aus den Felsen und vom Team
Lissy und Cora beim Institut für Therapeutisches Klettern
Klettern, das bewegt – auf vielen Ebenen
Was passiert eigentlich, wenn ein Mensch vor einer unbekannten Kletterwand steht – und trotzdem begleitet durch Trainer*innen losklettert? Dieser und weiterer Frage sind wir nachgegangen. Vom 15. bis 19. Juni 2026 haben Lissy und Cora an der Fortbildung „Therapeutisches Klettern: Psychotherapie- & Pädagogikteil” des Instituts für Therapeutisches Klettern KG teilgenommen – und sind mit Köpfen voller neuer Perspektiven zurückgekehrt.
Die Fortbildung richtet sich an Menschen, die in sozialen und pädagogischen Bereichen tätig sind und das Klettern als ein therapieunterstützendes Format nutzen wollen. In zahlreichen Kletter- und Boulderübungen haben wir selbst erlebt, was diese Bewegungsform auslösen kann – physisch wie psychisch. Anschließend an die Bewegungsübungen haben wir gemeinsam innerhalb der Gruppe reflektiert, diskutiert, gestaunt. Denn beim Klettern passiert erstaunlich viel – oft mehr, als auf den ersten Blick sichtbar.
Eine unserer zentralen Erkenntnisse der Fortbildung: Klettern ist Bewegung auf vielen Ebenen gleichzeitig. Der Körper arbeitet, aber auch der Kopf, die Emotionen, die Beziehungen zu anderen. Und genau diese Vielschichtigkeit macht es so spannend für therapeutische und pädagogische Kontexte. Wir haben unser Wissen darüber erweitert, wie sich konkrete Übungen gezielt einsetzen lassen – zum Beispiel, um das Selbstwertgefühl zu stärken, Vertrauen aufzubauen oder neue Handlungsspielräume erlebbar zu machen. Wir sind durch diese Fortbildung keine Therapeutinnen geworden, das ist uns wichtig zu betonen. Was sich aber geöffnet hat, ist die Möglichkeit, gemeinsam mit Psychotherapeut*innen klettertherapeutische Angebote zu entwickeln und durchzuführen. Eine Kooperation, die wir uns sehr gut für die Zukunft vorstellen können. Der Transfer vom Kletter- und Boulderzentrum an den Fels bleibt an vielen Stellen noch eine offene Frage – herausfordernd, ja, aber bei weitem nicht unmöglich.
Was uns diese Woche vor allem geschenkt hat? Impulse und Ideen, jede Menge davon. Das Klettern aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten – sportwissenschaftlich, pädagogisch, therapeutisch – hat unseren Blick auf das, was wir tun, noch einmal neu geschärft.
Wir sind gespannt, wohin uns das führen wird!
Aus Bergvagabündnis wird Bergvagabündnis e.V.
Als wir vor gut zwei Jahren zum ersten Mal als „Bergvagabündnis“ zusammengekommen sind, entstand bereits die Idee, einen Verein zu gründen. Damals fühlte sich das Ziel noch ziemlich weit entfernt an – es gab viele offene Fragen, viel zu organisieren und noch keinen klaren Weg. Umso mehr freuen wir uns, dass wir heute (Mai 2026) sagen können: Unsere Vereinsgründung war erfolgreich!
Dieser Schritt eröffnet uns viele neue Möglichkeiten. Besonders wichtig ist für uns, dass wir künftig Fördergelder beantragen können. Wir wollen Menschen erreichen, die sich unsere Kurse aus finanziellen Gründen vielleicht nicht leisten können und zugleich unser Angebot weiter ausbauen. Uns liegt besonders am Herzen, Zielgruppen zu erreichen, die im Alltag oft weniger Zugang zu solchen Erfahrungen haben (z.B. junge Menschen in herausfordernden Lebenssituationen, Menschen mit Beeinträchtigung). Wir wissen aus Erfahung, dass Klettern stärken, verbinden und neue Perspektiven eröffnen kann – und genau das möchten wir noch mehr Menschen ermöglichen.
Wir freuen uns sehr über diesen Meilenstein und sind gespannt auf alles Weitere.
Cora mit dem Bergvagabündis im niederländischen Fernsehen
Im Frühjahr 2025 erreichte uns eine spannende Anfrage: die niederländische TV-Reisesendung „3 op Reis“ wollte einen Beitrag aus der Sächsischen Schweiz drehen. In der Sendung reisen drei Moderator*innen durch verschiedene Länder, entdecken lokale Kulturen, Bräuche und Sehenswürdigkeiten – und teilen dabei ihre persönlichen Eindrücke und Abenteuer.
Für die aktuelle Ausgabe kam Moderatorin Raïsha zu uns, mit dem Ziel, einen unserer Sandsteingipfel zu erklimmen. Dafür suchte sie eine erfahrene Kletterbegleitung – und fragte bei uns, dem Bergvagabündnis, an. Das Konzept und die Menschen dahinter fanden wir sympathisch und sagten zu.
Im Sommer 2025 traf sich Cora mit Raïsha und dem Filmteam an der Nonne. Dabei entstanden Aufnahmen, bei denen wir uns einmal mehr dachten: „Wow, was für eine großartige Leidenschaft wir hier mit dem Bergsteigen im Elbsandstein teilen.“
Seht gerne selbst: https://www.bnnvara.nl/3opreis/videos/3-op-reis-304
Das Bergvagabündnis auf Sardinien
Zum Ende der Saison 2025 haben wir als Bergvagabündnis nochmal die Kletterschuhe eingepackt und sind für zwei Wochen nach Sardinien verschwunden. Der Plan war simpel: möglichst viel klettern und eine gute Zeit zusammen haben. Und genau das haben wir gemacht – Sportklettern im Kalk und Granit, mal direkt über dem Meer, mal oben in den Bergen.
Natürlich durfte auch eine Mehrseillänge nicht fehlen: Gemeinsam ging es auf die Pedra Longa. Oben angekommen, erstmal hinsetzen, durchatmen und die Aussicht aufs Meer genießen. Das Gipfelfoto dazu seht ihr links.
Zwischen all der schönen Kletterei haben wir richtig schöne Momente als Team geteilt – gutes Essen, guter Kaffee, jede Menge Albernheiten und guter Gespräche. Auch gab es Raum, um an Zukunftsplänen für das Bergvagabündnis zu schmieden.
Unterm Strich: ein richtig guter Ausklang der Saison 2025
Cora und Basti beim Fachtreffen-Klettertherapie in Erlangen
Vom 27. bis 29. Juni 2025 – waren Basti und Cora beim Fachtreffen zum Therapeutischen Klettern in Erlangen zu Gast. Die Tagung wurde von der Uniklinik Erlangen veranstaltet und fand im DAV Kletterzentrum und auch outdoor im Frankenjura statt.
In verschiedenen Vorträgen ging es vor allem um den wissenschatlichen Kenntnisstand zur Wirsamkeit von Klettertherapie. In einem bunten Angebot aus Workshops konnten wir auch EInblicke in die parktische Arbeit von Klettertherapeuth*innen erlangen.
Im Workshop zur Klettertherapie mit ADHS-Klient:innen war für uns besonders der Teil zu den sogenannten Sekundärsymptomen spannend – also den Schwierigkeiten, die entstehen, weil unsere Gesellschaft oft schlecht auf neurodiverse Menschen eingestellt ist. Nicht das ADHS selbst stand dabei im Mittelpunkt, sondern die Folgen ständiger Überforderung, Ablehnung oder Anpassungsdruck. Klettern kann hier eine wertvolle Erfahrung bieten: klare Strukturen, unmittelbares Feedback und das Gefühl, etwas aus eigener Kraft zu schaffen – ganz ohne Bewertung. Wir nehmen viele Impulse mit und freuen uns zugleich darüber, dass unsere Haltung in den Kursen – auch wenn wir nicht explizit mit Menschen aus dem ADHS Spektrum arbeiten – genau in diese Richtung geht.
Sächsisches Bergsteigen wird Immaterielles Kulturerbe der Unesco
Das Klettern oder Bergsteigen in der Sächsischen Schweiz hat Alleinstellungscharakter. Die Kletterkultur im Elbsandsteingebirge hat eine über 150 jährige Geschichte und wird als Wiege des Freikletterns bezeichnet. Die klaren ethischen Regeln sind mehr, als einfach nur Tradition. Sie sind im Einklang mit der einzigartigen Landschaft und den besonderen geologischen Gegebenheiten gewachsen. Sie spiegeln einen tiefen Respekt vor Natur und Fels wider und umfassen spezifische Techniken vor allem bezüglich der Absicherung. Es darf nur an freistehenden Felsnadeln geklettert werden, nachgesichert wird stets von oben, sodass ein gemeinsames Gipfelerlebnis mit EIntrag in Gipfelbuch zur jeder Klettertour dazugehört.
Seit 2024 wurde das Sächsische Bergsteigen als Kulturgut gewürdigt und in die Liste des Immaterielles Kulturerbes in Deutschland aufgenommen.
Mehr dazu…
https://www.unesco.de/staette/bergsteigen-in-sachsen
https://www.kulturerbe-saechsisches-bergsteigen.de
(Foto: Foto: image fabrik/Peru John)